Die Balkanroute

Geschafft! Die erste Etappe unserer Weltreise liegt nun hinter uns und war so plötzlich zu Ende, wie sie begonnen hat. Eigentlich möchten wir gar nicht in Etappen denken, sondern diese Reise wirklich als eine Einheit betrachten, in der wir wie im Fluss sind und uns durch die unterschiedlichen Länder und Kulturen der Welt treiben lassen … mit einem liebenden Herz für die Menschen und die Umwelt, die uns begegnet, aber auch mit einem selbstkritischen Blick auf uns und unser Leben zu Hause.

Ich spreche bei der Balkanroute aber trotzdem von einer „Etappe“, weil wir Europa für meinen Geschmack viel zu schnell durchquerten. Die Einreisebestimmungen für mein Iranvisum (Ich hatte vom 20.07. an drei Monate Zeit, um einzureisen.) machten eine schnelle Durchquerung Osteuropas jedoch erforderlich, weil wir insbesondere gerne den asiatischen Raum erkunden wollten.

Nach einem also recht wilden, zweitägigen Aufenthalt in Polen, wo wir einen Einblick in das berühmte Woodstock-Festival bekamen, ging es von Krakau aus mit dem Bus durch die Slowakei nach Budapest und von dort weiter durch Serbien bis nach Sofia. Wir hatten die letzten zwei Nächte nur in Zügen und Bussen verbracht und waren dementsprechend erschöpft. Der Umstand, dass wir so gut vorankamen sowie unsere Neugier auf unser nächstes Ziel (die Türkei), hielten die Motivation jedoch hoch!

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In Sofia wurde es dann endlich spannend, denn wir machten unsere ersten Erfahrungen als Tramper und die waren mehr als positiv!

Kurz nachdem wir uns mit unseren immer noch viel zu schweren Reiserucksäcken an den Stadtrand von Sofia begeben hatten, um an einer Tankstelle nach einem Lift (eng. für „Mitfahrgelegenheit“) zu fragen, wurden wir auch schon fündig!

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Ein sehr freundlicher bulgarischer Kraftfahrer nahm uns in seinem Kleintransporter mal eben ca. 140 km mit bis zur nächsten Autobahngabelung, von der aus es noch einmal ca. 200 km Strecke bis zur türkischen Grenze waren. Unsere Rucksäcke fanden derweil hinten auf der Ladefläche Platz. Nach meinen anfänglich wenig erfolgreichen Versuchen, mit dem Fahrer auf Russisch zu kommunizieren (Mein Russisch war zu schlecht ;P), fanden wir heraus, dass er auch Türkisch sprechen konnte. Die Kommunikation war somit fortan Hazals Part.

 

Die türkische Gastfreundschaft

Es war kaum zu glauben, aber nur etwa zwei Minuten, nachdem wir an der Autobahn rausgelassen wurden, ging es schon wieder weiter! Ich war gerade dabei, unser nächstes Etappenziel (Edirne) auf ein Stück Pappe zu schreiben und schon hielt ein türkischer LKW-Fahrer mit quietschenden Reifen auf dem Seitenstreifen!

Er lächelte uns charmant und freundlich an und meinte, dass er auf dem Weg nach Istanbul sei und uns nach Edirne mitnehmen würde. Gesagt, getan! Wir verbrachten den gesamten Abend in seiner und seines Freundes Gesellschaft, der den LKW vor uns fuhr und auch zwei Backpacker aus Deutschland transportierte. Als es ca. 6 km vor der Grenze zu einem LKW-Stau kam und wir stundenlang warten mussten, stiegen wir alle aus und lernten uns bei mehreren Gläsern türkischem Çai besser kennen. Nur so nebenbei erwähnt: Das Backpacker-Pärchen, das mit dem anderen, sehr freundlichen LKW-Fahrer reiste, trampte vor einiger Zeit innerhalb von zwei Monaten von Berlin nach Shanghai und teilte mit uns ihre Hitchhiking-Erfahrungen.

Da der LKW-Verkehr nur sehr schleppend voran kam und wir wussten, dass Hazals Mutter und ihr Mann an der türkischen Grenze auf uns warteten, um uns mit dem Auto nach Lüleburgaz zu bringen, wo sie wohnen, entschieden wir uns dagegen, die ganze Nacht bei unseren freundlichen Begleitern zu verbringen und fuhren mit einem ebenfalls sehr freundlichen und hilfsbereiten Türken in dessen Auto parallel zur Autobahn bis zur Grenze. Keiner der Männer, die uns heute transportiertenö wollten irgendetwas als Gegenleistung von uns haben und erwarteten noch nicht mal ein Dankeschön!

Unsere ersten Tramp-Erlebnisse geben ein wunderbares Beispiel für die bulgarische und die türkische Gastfreundschaft, von der wir in den nächsten Wochen noch mehr erfahren sollten und die ich in Deutschland oft sehr vermisse!

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Hazal & David on Tour

Endlose Weiten, atemberaubende Naturschauspiele, eintauchen in andere Kulturen und Bräuche, die Weite der Welt spüren und das Gefühl von Freiheit genießen. Das entsteht, wenn du dich auf eine Reise ohne definiertes Ende begibst und unterwegs immer wieder erfährst, wie gastfreundlich und hilfsbereit die Menschen überall auf dem Globus sind.

Genau das wollen wir (Hazal & David) in Erfahrung bringen, wenn wir uns Ende Juli 2018 auf eine einzigartige, abenteuerliche Reise um die Welt begeben werden.

Unser Ziel ist das Unterwegssein … ohne jemals ein Flugzeug zu benutzen und nur mit unserem Zelt und unseren Rucksäcken ausgerüstet. Ein Leben aus dem Moment heraus; nutzen, was da ist und geben, was wir den Menschen, die uns begegnen werden, geben können. Ein Leben in Achtsamkeit mit uns, den Anderen und der Natur zu führen, ist unser Wunsch … und das alles möchten wir liebend gerne mit euch teilen, um euch zu inspirieren und zu ermutigen, hinauszugehen und die Welt so kennenzulernen, wie sie wirklich ist.

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