Von Aktenbergen und Trucks im Disco Style

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„Zirkustruck“ in Balutschistan

 

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Zugfahren ist in Pakistan ein mindestens ebenso großes Abenteuer, wie in Indien … zumindest, wenn man in der Economy Class fährt! Da werden nicht nur Fahrgäste transportiert, sondern auch unzähliges Gepäck, angefangen von Jurtebeuteln, über Reissäcke, bis hin zu Koffern aller Art und selbst Käfige mit Hühnern sind kein seltener Anblick.

 

Überdies laufen „fliegende Händler“ auf und ab durch die einzelnen Waggons und preisen lauthals ihre Speisen und Getränke an. Zugegebenermaßen ist das pakistanische Fingerfood äußerst lecker und preislich erschwinglich.

Wer sich während der Zugfahrt allerdings entspannen möchte, dem sei abgeraten von dieser Art „Reisevergnügen“, denn die Züge sind gnadenlos überfüllt; Gepäck wird in jede Ritze gestopft; Menschen stehen und schlafen in den Gängen und das ein oder andere Gepäckstück und selbst Babys werden an den Bahnsteigen durch die Fenster gereicht! Zudem sind die Fenster nicht verglast, so dass es in den Waggons schon mal recht staubig und sandig werden kann.

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Warten auf den Zug in Sahiwal

 

Nachdem ich dann also mit Samuel nach Harappa gereist bzw. von der Polizei in Sahiwal dorthin eskortiert wurde, brauchte ich erstmal zwei Tage Auszeit, denn ich wurde krank bzw. habe mir den Magen verdorben und mich auf dem Museumsgelände übergeben, was mir schon irgendwie peinlich war, aber im Nachhinein konnte ich darüber lachen :D.

Noch viel herzlicher mussten Samuel und ich lachen, als am Vorabend ca. 10 Polizisten in unser Zimmer gestürmt kamen, ohne anzuklopfen oder jegliche Privatsphäre zu wahren. Sie kamen einfach, um sich nacheinander EINZELN unsere Pässe anzusehen, sie abzuphotographieren und dann wie wild darüber oder über irgendetwas Anderes zu diskutieren. Genauso schnell und chaotisch wie sie reingekommen waren, waren sie dann auch wieder verschwunden. IMG_20181114_2308047

Wir lachten nur und dachten uns, dass man für diese Aufgabe auch nur eine einzige Person hätte schicken können :D! Als die Polizisten mich lachen sahen, brachen einige von ihnen auch in ein heiteres Gelächter aus. Ich weiß jedoch nicht, ob wir uns in diesem Moment verstanden und dieselbe Sprache sprachen!

Nach diesem Intermezzo ging es dann mit dem Zug weiter in die Hauptstadt von Pakistan … nach Islamabad bzw. in die Doppelstadt Rawalpindi-Islamabad.

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Dort verbrachten wir ganze vier Tage, verlängerten unser Transitvisa (Eigentlich bekamen wir keine Verlängerung, sondern eine 14-tägige Ausreisefrist!), sahen uns in einer Art Outdoor-Werkstatt an, wie die wunderschön bunt dekorierten pakistanischen Trucks präpariert und angemalt werden und übernachteten in dieser Zeit bei einer sehr netten pakistanischen Familie in Taxila, die Verwandte eines Kindes aus meiner ehemaligen Hortgruppe in Berlin waren.

An dieser Stelle vielen Dank an Abrish und ihre Eltern dafür, dass sie mir diesen Kontakt vermittelt haben :)!IMG_20181118_1111169

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Samuel war natürlich auch immer dabei :D!

 

Islamabad und seine Nachbarstadt Rawalpindi, die beide im Prinzip zusammengewachsen sind, könnten unterschiedlicher nicht sein:

Während in Rawalpindi das Leben tobt, es unzählige Geschäfte gibt, gearbeitet und gewohnt wird,

wirkt Islamabad wirklich wie eine am Reißbrett geschaffene Verwaltungsstadt mit riesigen, grünen Parkanlagen, Regierungsgebäuden, Villenvierteln und breiten Straßen, aber ohne Lebendigkeit und Charme.

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Samuel und ich sind dort eigentlich nur hingefahren, um eine riesige Moschee im postmodernen Baustil zu besichtigen und um ein vierzehntägiges Ausreisepermit zu bekommen, bevor unsere Transitvisa abgelaufen waren.

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Der bürokratische Apparat Pakistans ist übrigens durchaus einen Besuch wert! Findet man sich doch geradezu 60 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt!

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Ein Highlight unseres Aufenthaltes in der Hauptstadtregion war es, die offene Werkstatt bzw. den Showroom der bunt bemalten und reich verzierten Trucks in Taxila zu sehen!Samuel und ich nahmen uns einen Tag Zeit, um die Herstellung der farbigen Ornamente an den einzigartigen pakistanischen LKW’s zu bestaunen. So konnten wir Zeugen werden von Schweißarbeiten an Karosserien, kunstvoller Malerei und der Verzierung der Fahrerkabinen mit reichlich exotischem Dekor. IMG_20181117_1305551IMG_20181117_1309076

Jeder einzelne Truck wird hierbei von seinem Besitzer liebevoll gestaltet und zu einem Unikum in ganz Pakistan umgewandelt. Dass dieser Spaß nicht billig ist, versteht sich wohl von selbst.IMG_20181117_1311096IMG_20181117_1317013

Das Hauptstadtkapitel Pakistans war nun abgeschlossen und ein unglaublich spannendes sollte nun beginnen! Wir begeben uns auf eine Reise in den einzigartigen, gebirgigen Norden Pakistans, dessen gigantische Berggipfel mächtig über allem thronen und einem ordentlich Respekt abverlangen.

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Das ist tatsächlich ein lokaler Bus in Taxila :D!
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Was fahrbare Untersätze angeht, sind die Pakistanis sehr kreativ.

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