Road Runner & die Insel der 100 Farben

In den kommenden Wochen bereisten wir die Städte Yazd, Shiraz sowie Bandar Abbas und die Insel Hormuz, die sich im Persischen Golf befindet, wobei wir auch wieder auf die Gastfreundschaft der Iraner zählen konnten und einige Strecken trampten, aber auch große Strecken mit unseren Freunden aus Teheran in deren Auto zurücklegten. Ich durfte sogar auch mal kurz fahren :D!

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Unterwegs trafen wir immer wieder auf nette sowie hilfsbereite Iraner, aber auch Touristen, mit denen wir zusammen Zeit verbrachten, ins Café gingen oder Ausflüge in die Wüste und zu historischen Stätten unternahmen. In der Provinz Yazd besuchten wir zum Beispiel eine alte Ruinenstadt sowie heilige Stätten der Zoroastrier und in der Nähe von Varzaneh in der Wüste frühstückten wir auf dem Dach einer alten Karavanserei, wobei es wirklich ar…kalt war um diese Zeit!

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Wie groß war die Freude, als wir Eric aus München (links) wiedertrafen, der mit dem Fahrrad von Deutschland bis in den Iran geradelt ist :)! Francis (rechts) ist derweil von Australien, über Südostasien, China und Zentralasien bis in den Iran geradelt. Beeindruckend!

Ein anderes Mal fanden wir uns auf dem Motorrad eines jungen Mannes wieder, der stumm war und uns freundlicherweise durch die Stadt fuhr. Obwohl wir mit ihm nicht sprechen konnten, lud er uns zu sich nach Hause ein, um uns seiner Frau vorzustellen, die ebenfalls stumm war und um mit uns gemeinsam zu essen.

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Die Gelegenheit Faludeh zu probieren, konnte ich mir in Shiraz natürlich nicht entgehen lassen :D!

Unsere Freunde aus Teheran trafen wir unterwegs auch wieder (in Shiraz) und zelteten ein paar Tage mit ihnen auf der Insel Hormuz, die für ihre Abgeschiedenheit und ihr Felsgestein in verschiedenen Farben (z.B. rot, schwarz, orange, weiß und gelb) bekannt ist. Dort begegneten wir auch einem Mann, der bereits seit mehreren Monaten als Einsiedler am Strand bzw. in einer Höhle und im Zelt am Strand lebt und sich dort ein kleines Reich errichtet hat. Er erinnerte mich sehr an die Romanfigur Robinson Crusoe. Die Musik, die während unserer Fahrt über die staubige Insel aus dem Tuk Tuk erklang, verströmte hingegen ein Karibik-Flair.

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Back to „old town“ Teheran – Wir konnten uns einfach nicht von der Stadt trennen ;P! – verbrachten wir noch ein paar Tage mit unseren iranischen Freunden dort und trafen auch Georg und Gael, die zwei sympathischen Handwerkswandergesellen, die bereits seit Jahren herumreisen und denen wir bereits vor zwei Monaten in Tbilisi begegnet sind. Ich brauche eigentlich nicht zu erwähnen, dass sie mit ihrer traditionellen Handwerkerkleidung bei den Iranern noch weitaus mehr Aufsehen erregten als wir :D.

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Diese letzten Tage in Teheran waren von einer schweren, auf mir lastenden Abschiedsstimmung geprägt … nicht nur, weil wir uns von unseren iranischen Freunden verabschieden mussten, sondern hauptsächlich, weil ich mich von Hazal verabschieden musste. Sie ist des Reisens verständlicherweise müde geworden und wollte sowohl ihre Familie, als auch ihre Freunde wiedersehen und mit ihnen Zeit verbringen.

Nachdem wir Hazal nachts am Teheraner Flughafen verabschiedet hatten, ging die Überlandreise durch Asien also folglich für mich alleine weiter.

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Die letzten Tage im Iran und der Beginn eines neuen Abenteuers

Bevor ich die Grenze nach Pakistan zu Fuß überquerte, hielt ich mich noch ein paar Tage in Zahedan auf, der Hauptstadt der iranischen Region Sistan-Balochistan. Bereits auf dem Weg dorthin wurde ich im Zug von drei verschiedenen Iranern eingeladen, bei ihnen zu Hause zu übernachten.

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Da ich aber nach der vorübergehenden Verabschiedung von Hazal erstmal Zeit für mich brauchte, quartierte ich mich in einem Hotel ein. Allerdings ging ich jeden Tag hinaus, um mit der Familie des Vaters, der mich zu sich nach Hause einlud und mit dem Vater selbst Zeit zu verbringen. Dies war eine gute Entscheidung, denn so kam ich in den Genuss, am großen Kochen einer Speise namens „Halib“ zu Ehren des Imam Hossein teilzunehmen

und ich wurde erneut Zeuge der Zusammenkunft einer iranischen Großfamilie. Wir tranken gemeinsam Tee in deren überaus reich ausgestatteten Wohnzimmer und ich musste es aushalten, im Mittelpunkt zu stehen, von 20 Paar Augen angeschaut , immer wieder photographiert und angelächelt zu werden. Im Endeffekt konnte ich es aber auch genießen, da alle sehr herzlich und freundlich zu mir waren.

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auf dem Weg zur pakistanischen Grenze

Der Iran … zu groß und zu vielseitig ist dieses Land, um ein Fazit ziehen zu können!

Ich kann nur eines mit Gewissheit sagen: Die Herzenswärme und Gastfreundschaft der dort lebenden Menschen, der kulturelle Reichtum und das schöpferische Potential der iranischen Jugend stehen im krassen Gegensatz zur rückschrittlichen und engstirnigen Politik, die dort betrieben wird.

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Der Iran ist ein Ort, an dem ich Freunde und ein Stück Heimat gefunden habe … eine weitere Heimat in dieser großen weiten Welt!

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2 Kommentare zu „Road Runner & die Insel der 100 Farben

    1. Ja, oder :)? Es ist schön, Reiseberichte zu lesen und sich dabei an die eigenen Reisen erinnern zu können :)!

      … und es ist ein Geschenk, unterwegs Menschen wie dich zu treffen, die eine positive Ausstrahlung haben und inspirierend sind :)!

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