Iran intensiv

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Unsere Zeit in Teheran wurde durch einen dreitägigen Aufenthalt im Norden Irans unterbrochen. Genauer gesagt waren wir im einzigartigen Terrassendorf Masuleh, dass sich inmitten saftig-grüner, nebelverhangener Berge befand und in dem es keine Straßen gibt. Da sich die Häuser am Berghang entlang übereinander gestaffelt aufreihen, läuft man einfach auf den Hausdächern bzw. von Dach zu Dach. In dem Dorf herrschte durch das regnerische Wetter und die ruhige Lage eine so gemütliche Atmosphäre, dass ich dort gar nicht mehr weg wollte. Hazal und ich zelteten zwei Tage auf dem grünen Berghang gegenüber des Dorfes. Der Nebel war dort teilweise so dicht, dass man kaum die eigene Hand vor Augen erkennen konnte.

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In Bandar Anzali am Kaspischen Meer, an dem ebenfalls eine unglaublich gemütliche Stimmung und romantische Atmosphäre herrschte lernten wir Majid kennen, der so freundlich war, uns eine Unterkunft für die Nacht zu zeigen, uns herumzuführen und uns auch mit von seiner Mutter liebevoll gekochtem Essen versorgte. Mit Majid verbrachten wir auch Zeit in Anzali, tranken Tee, aßen etwas, gingen spazieren, führten gute Gespräche und hörten uns seine Geschichte an, die wie so viele iranische Lebensgeschichten spannend, voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber auch irgendwie traurig war.

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am Kaspischen Meer

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Nach Teheran zurückgekehrt, saugte mich die Stadt schon wieder ein und aufgrund meiner Schwierigkeiten, ein Visum für Pakistan zu beantragen, blieben wir doch tatsächlich weitere neun Tage im stickigen Moloch! Der Lärm und Gestank in der Stadt sowie meine vielen Behördengänge wurden aber erträglich dadurch, dass wir wieder ein paar Tage im Heritage Hostel und auch bei unseren Freunden A. und A. übernachteten. In der pakistanischen Botschaft lernte ich übrigens Mattheuz kennen, der mit dem Fahrrad um die Welt reist und auch durch Pakistan hindurch möchte. Wieder ein Fahrradfahrer, der mich inspirierte.

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Der Naqsh-e Jahab Platz – ideal für ein Picknick mit Freunden

Unsere nächste Station war dann endlich das Landesinnere … genauer gesagt: die berühmte Stadt Isfahan, die von den Iranern auch gerne als die „Hälfte der Welt“ bezeichnet wird und die wirklich reich ist an kulturellem Erbe

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Wir übernachteten drei Tage bei einer sehr höflichen Familie in einem Isfahaner Vorort. Ja, die iranische Gastfreundschaft … manchmal wurde sie mir doch etwas zu viel, aber ich nahm die mich manchmal auch einengenden Umgangsformen und Traditionen gerne in Kauf, um eben die Menschen dieses Landes und ihre Kultur besser kennenlernen zu können.

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In Isfahan habe ich dann auch mein Visum verlängern lassen, was zwar ein wenig stressig war, da die Behörde nur so überfüllt war mit Antragstellern und alles chaotisch drunter und drüber ging, aber im Vergleich zur Beschaffung des Visums für Pakistan, war das Prozedere in Isfahan eine Kleinigkeit.

Tradition oder Unfreiheit …? Daran scheiden sich die Geister.

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Der Bazar von Isfahan ist insbesondere für seine Handwerkskunst berühmt. Man kann gemächlich über den um den Naqsh-e Jahan – Platz angelegten Bazar schländern und den Schmieden, Bildhauern und anderen Kunsthandwerkern bei ihrer traditionellen Arbeit zuschauen (kostenlos versteht sich ;P)!

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Bei all dem Reichtum an Kulturgütern, Schmuck und Kunst konnte ich es kaum fassen zu realisieren, dass der Zayandah Rud, der durch Isfahan fließt, kein Wasser mehr trägt! Dies sei zum Teil auf die von der Regierung veranlasste Stauung des Flusses zwecks einer Verbesserung der Wasserversorgung an anderen Orten zurückzuführen.

Es war wirklich ein trostloses Bild, welches sich uns da bot und machte mich sehr traurig :(!

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In der kleinen und alten Wüstenstadt Varzaneh durften wir dann zum ersten Mal auf dieser Reise als Voluntäre arbeiten und zwar in einem gemütlichen Guesthouse (Negaar Traditional Guesthouse) mit sehr familiärer Atmosphäre, zu der das super kompetente Team des Guesthouses beigetragen hat. Noch einmal ein herzliches Dankeschön an euch alle dafür, dass ihr uns so freundlich aufgenommen habt :-)!

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Wird da wohl wieder mal Chai vorbereitet?

IMG_20181015_1558087Unsere Arbeit im Negaar Guesthouse ermöglichte uns auch, an einigen aufregenden Ausflügen in die atemberaubende Natur um den kleinen Ort Varzaneh teilzunehmen. Meine persönlichen Highlights waren, barfuß in einem riesigen Salzsee herumzulaufen und den Sonnenuntergang von einer gigantischen Sanddüne in der Wüste aus beobachten zu können.

Varzaneh selbst ist zwar recht klein und befindet sich mitten in der Wüste; das Negaar Guesthouse zog jedoch so viele Reisende an, dass es oft sehr lebendig zuging. Einmal wurden wir sogar Zeuge der abendlichen Feier einer kurdischen Reisegruppe , die mit Musik, Gesang und traditionellen Kreistänzen aufbot, an denen ich mich NATÜRLICH beteiligen musste :D!

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