60 Çay und großherzige Menschen

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Es ist Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen … von nunmehr drei Wochen in der Türkei, einem Land, das so reich an Kultur, Gastfreundschaft und Historie ist und unglaublich vielfältige Landschaften vorzuweisen hat. Das gleiche gilt für die türkische Küche, die weitaus mehr vegetarische und sogar vegane Gerichte enthält, als ich vor unserem Besuch annahm.

Die Türkei, wie ich sie in den letzten Wochen kennenlernen durfte, befindet sich meiner Meinung nach an der Schwelle zwischen Orient und Okzident. Es gibt sowohl hochmoderne Großstädte mit Wolkenkratzern, Tanzklubs und links-alternativen Stadtteilen, als auch viele ungeschriebene Verhaltensregeln im Umgang miteinander, die fest in der türkischen Kultur verankert sind, die ich größtenteils aber als positiv, als gemeinschaftsstiftend erlebt habe.

Ich habe in den letzten drei Wochen viele neue Menschen kennenlernen, mich in vielen privaten Häusern und Wohnungen aufhalten und viele Ausflüge in die Natur machen dürfen. Dabei durften der Besuch einer Tropfsteinhöle, das Wandern in der gebirgigen Ägäisregion, Übernachtungen auf dem Land mit Hühnern, Hunden, Katzen und einer Ente, das Schwimmen im Meer, aber auch in einem Bergsee mit romantisch anmutenden Inseln, auf denen sich alte Ruinen vergangener Jahrhunderte befanden, natürlich nicht fehlen.

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Herumgereist sind wir oftmals mit dem Auto, manchmal auch mit Bussen. Meine Türkischkenntnisse nahmen im Laufe der Zeit auch etwas zu … ebenso wie mein Konsum an Schwarztee, der hier einfach „Çay“ genannt wird. Meine vier Glässer Çay am Tag waren dabei noch verhältnismäßig wenig.

Der Gastfreundschaft in der Türkei müsste eigentlich ein eigenes Kapitel gewidmet werden, denn stets waren uns die Menschen zugewandt und freundlich gesinnt! Immer wenn wir beherbergt wurden, zu Gast waren, präsentierten die Menschen sich als sehr freigiebig und großzügig. Stets vermittelten sie uns den Eindruck, dass das Wohl der Gäste an höchster Stelle steht.

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Ich muss zugeben, dass es auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Türkei Hazals Heimatland ist und wir aufgrund ihrer Beziehungen und Sprachkenntnisse die Möglichkeit hatten, so tief in die Alltagskultur der Türken einzutauchen. Ich denke aber, dass es auch ohne dies möglich gewesen wäre.

Unseren ursprünglichen Plan, Kappadokien zu besichtigen, konnten wir übrigens nicht verwirklichen, da wir leider eine Zugbindung in Ankara hatten, die Zeit zum Trampen von der Westküste bis ins Landesinnere uns zu kurz erschien und aufgrund des Bayram-Festes nahezu alle Fernbusse in unsere Zielrichtung ausgebucht waren. Wir waren aber dennoch zufrieden mit unserer Zeit in der Türkei. Touristische Attraktionen zu besuchen stehen ohnehin nicht im Vordergrund unserer Reise, sondern die Möglichkeit, am Alltagsleben der einfachen Menschen teilzuhaben.

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Auf dem Weg nach Georgien

In der Zwischenzeit sind wir weiter gereist. Auf dem Weg nach Georgien durchquerten wir Anatolien, die zentrale Region der Türkei, die einen Großteil des Landes ausmacht. Wir gönnten uns dafür den Luxus, im so genannten „Doğu Ekspres“ zu reisen … einem Zug, der 25 Stunden braucht, um von Ankara nach Kars im Nordosten der Türkei zu fahren. Der Zug selbst machte von der Ausstattung zwar nicht so viel her (Wir reisten in der 3.Klasse mit dem „gewöhnlichen Fußvolk“ ;P.), aber dafür konnten wir eine atemberaubende Landschaft genießen, die nur noch von den saftig grünen, bewaldeten Berghängen übertroffen wurde, die sich von Ardahan, über Artvin bis zum Schwarzen Meer erstreckten.

In Kars verbrachten wır also eine Nacht in einem „Lehrerhaus“, wo wir die Bekanntschaft mit einem sehr netten und gebildeten jungen Mann schlossen, der sein eigenes Heimatland mit dem Rucksack erkundete

und schlängelten uns am nächsten Tag mit einem Minibus stundenlang auf engen Straßen durch felsige Gebirgslandschaften bis nach Hopa am Schwarzen Meer, wo wir wieder einmal für zwei Tage in den Genuss der türkischen Gastfreundschaft kamen.

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In der Zwischenzeit sind wir auch wieder ein paar Mal getrampt.

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Ein Kommentar zu „60 Çay und großherzige Menschen

  1. Hallo David,
    Hallo Hazal,
    es ist schön, „mit euch reisen zu dürfen“. Danke für eure Bilder und eure Reiseberichte. Es bringt mir die Welt ein wenig näher. Außerdem finde ich es spannend eure Reise verfolgen zu können.
    Ich wünsche euch weiterhin sehr viele schöne Momente und Erfahrungen
    liebe Grüße
    Andreas (WG)

    Gefällt 1 Person

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